Wie viel dürfen meine Eltern verdienen? BAföG-Elternfreibeträge 2026/27
Zuletzt geprüft am 25.08.2026 · 8 Min. Lesezeit · von der mybafoeg-Redaktion
Kein Satz kostet Studierende mehr Geld als dieser: „Meine Eltern verdienen zu viel, ich brauch's gar nicht erst versuchen.“ Die BAföG-Freibeträge sind seit den letzten Reformen so hoch, dass auch Familien mit ordentlichem Einkommen förderberechtigt sind — besonders, wenn Geschwister ebenfalls in Ausbildung sind.
Die Freibeträge 2026/27
| Konstellation | Freibetrag (netto/Monat) |
|---|---|
| Eltern verheiratet / verpartnert | 2.540 € |
| Eltern getrennt — je Elternteil | 1.690 € |
| je Kind in Ausbildung ohne eigenes BAföG | + 770 € |
| Stiefelternteil im Haushalt | + 1.005 € |
Und das ist erst die erste Stufe: Vom Einkommen über diesen Freibeträgen bleiben zusätzlich 50 % anrechnungsfrei — plus 5 Prozentpunkte für jedes weitere Kind. Nur der Rest wird auf deinen Bedarf angerechnet, und bei mehreren Kindern in Ausbildung wird er auch noch geteilt.
Das vorletzte Jahr zählt — meistens
Das Amt rechnet mit dem Einkommen aus dem vorletzten Kalenderjahr (§ 24 BAföG): Für das WiSe 2026/27 zählt der Steuerbescheid 2024. Praktisch, weil der Bescheid dann meist vorliegt — aber unfair, wenn deine Eltern inzwischen weniger verdienen (Jobverlust, Rente, Kurzarbeit, Selbständigkeit im Tal). Dafür gibt es den Aktualisierungsantrag (Formblatt 7): Dann zählt das laufende Einkommen. Achtung: Das geht in beide Richtungen — verdienen sie aktuell mehr, kann die Aktualisierung nach hinten losgehen. Sie lohnt nur bei gesunkenem Einkommen.
Beispielrechnung
- Verheiratete Eltern, gemeinsames Netto 2024: 3.800 €/Monat, ein Geschwisterkind (17, Schülerin), du studierst auswärts, familienversichert (Bedarf 855 €).
- Freibetrag: 2.540 € + 770 € = 3.310 € → Überschuss 490 €.
- Selbstbehalt: 50 % + 5 % (ein weiteres Kind) = 55 % bleiben frei → angerechnet werden 45 % von 490 € ≈ 220 €.
- Dein BAföG: 855 € − 220 € ≈ 635 €/Monat — über 7.600 € im Jahr, die ohne Antrag verfallen wären.
Wenn Eltern nicht mitspielen
Verweigert ein Elternteil die Auskunft oder zahlt den angerechneten Unterhalt nicht, lässt dich das Gesetz nicht hängen: Mit der Vorausleistung nach § 36 BAföG zahlt das Amt dein BAföG in voller Höhe und setzt sich selbst mit dem Elternteil auseinander. Und wer lange genug gearbeitet hat, braucht die Eltern gar nicht — siehe elternunabhängiges BAföG.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Elternfreibetrag 2026/27?
2.540 € netto monatlich für miteinander verheiratete Eltern, 1.690 € für jedes Elternteil einzeln bei Getrennten. Dazu kommen 770 € je Kind in Ausbildung, das kein BAföG erhält, und ein zusätzlicher Selbstbehalt: Vom Einkommen über den Freibeträgen bleiben weitere 50 % anrechnungsfrei, plus 5 % je weiteres Kind.
Welches Jahr zählt beim Elterneinkommen?
Das vorletzte Kalenderjahr vor dem Bewilligungszeitraum — für einen Antrag im WiSe 2026/27 also das Einkommen von 2024. Verdienen die Eltern heute weniger, kann per Aktualisierungsantrag (Formblatt 7) das aktuelle Einkommen angesetzt werden.
Bekomme ich BAföG, wenn meine Eltern gut verdienen?
Oft ja — vor allem mit Geschwistern. Beispiel: Verheiratete Eltern, 4.000 € netto, zwei Kinder in Ausbildung: Nach Freibeträgen und Selbstbehalt bleibt meist ein nennenswerter BAföG-Anspruch. Verlass dich nicht auf Bauchgefühl, sondern auf den Rechner.
Was, wenn ein Elternteil nicht zahlt oder keine Auskunft gibt?
Dann kommt Vorausleistung nach § 36 BAföG in Betracht: Das Amt zahlt dein BAföG trotzdem und holt sich den Unterhalt direkt vom Elternteil. Den Antrag stellst du formlos zusammen mit dem BAföG-Antrag.
Bereit für deinen Antrag?
Anspruch in 2 Minuten prüfen — oder den kompletten Antrag in ~30 Minuten fertigmachen: Formblatt 1 automatisch befüllt, Nachweise geprüft, Versand ans zuständige Amt.
Quellen
- § 25 BAföG — Freibeträge vom Elterneinkommen (gesetze-im-internet.de)
- § 24 BAföG — Berechnungszeitraum (gesetze-im-internet.de)
- Freibeträge — bafög.de (BMBF)
- BAföG-Freibeträge — Finanztip
Sorgfältig recherchiert, aber keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Gesetz und der Bescheid deines Amts für Ausbildungsförderung. Stand: 25.08.2026.